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Bonitätsprüfung in der Schweiz

eny prüft jeden Kreditantrag. Bei Krediten bis und mit CHF 80'000, die dem Konsumkreditgesetz (KKG) unterstehen, ist die Kreditfähigkeitsprüfung gesetzlich vorgeschrieben. Geprüft werden insbesondere Einkommen, feste Ausgaben und bestehende Verpflichtungen; Bonitätsinformationen fliessen in die Gesamtbeurteilung ein.

Was ist eine Bonitätsprüfung?

Bonität bezeichnet die Einschätzung, wie zuverlässig eine Person ihre Zahlungsverpflichtungen erfüllt. Bei der Bonitätsprüfung schaut eine Kreditgeberin zwei Dinge an: was Sie zurückzahlen können und wie Sie in der Vergangenheit gezahlt haben.

Der erste Teil ist eine Rechnung: Einkommen minus feste Ausgaben minus bestehende Verpflichtungen. Was übrig bleibt, muss die neue Rate tragen. Der zweite Teil ist eine Auskunft: Meldungen bei ZEK und IKO zeigen, welche Kredite, Leasingverträge und Karten bestehen und ob es Zahlungsstörungen gab.

Die Prüfung ist keine Bewertung Ihrer Person. Sie ist eine Tragbarkeitsrechnung mit Belegen.

Warum ist die Prüfung gesetzlich vorgeschrieben?

Weil sie vor Überschuldung schützen soll. Bei Krediten, die dem KKG unterstehen, verpflichtet Art. 28 KKG die Kreditgeberin, vor dem Vertragsabschluss die Kreditfähigkeit zu prüfen.

Als kreditfähig gilt, wer den Kredit zurückzahlen kann, ohne den nicht pfändbaren Teil des Einkommens – das Existenzminimum – anzutasten. Verschlechtern sich Ihre wirtschaftlichen Verhältnisse nachweislich, muss die Prüfung wiederholt werden.

Für diese gesetzliche Rechnung wird eine Rückzahlung innerhalb von 36 Monaten unterstellt – auch wenn die vertraglich vereinbarte Laufzeit länger ist. Eine Laufzeit von beispielsweise 60 oder 120 Monaten senkt die tatsächliche Monatsrate, erhöht aber nicht den gesetzlichen Spielraum der KKG-Prüfung.

Daraus folgt zweierlei:

  • Für Kredite, die dem KKG unterstehen, darf diese Prüfung nicht entfallen.
  • Ergänzend gilt: Die Kreditvergabe ist verboten, falls sie zur Überschuldung der Konsumentin oder des Konsumenten führt. Eine Ablehnung ist deshalb kein Misstrauensvotum, sondern manchmal die gesetzlich verlangte Antwort.

Was genau wird geprüft?

BereichWas angeschaut wirdWoher die Angabe kommt
Einkommenregelmässiges Netto-Einkommen aus unselbstständiger Tätigkeit, gegebenenfalls Einkommen der Partnerin oder des PartnersLohnausweis, Lohnabrechnungen
Feste AusgabenMiete, Krankenkasse, Steuern bzw. Quellensteuer, Unterhaltszahlungen, Pauschalen für den GrundbedarfIhre Angaben im Antrag, Belege
Bestehende Verpflichtungenlaufende Kredite, Leasingverträge, Karten mit Kreditoption, AlimenteIhre Angaben plus Auskunft ZEK und IKO
Zahlungshistoriegemeldete Zahlungsstörungen, Inkassomassnahmen, VerlusteZEK, IKO
Amtliche InformationenBetreibungen, Konkurse, behördliche MassnahmenBetreibungsauskunft, ZEK
Persönliche AngabenName, Vorname, Geburtsdatum, Adresse, Wohnsitz, BewilligungsstatusAntrag, Ausweis

Aus diesen Grössen entsteht eine Budgetrechnung. Bei der KKG-Prüfung muss der verfügbare Betrag die gesetzlich unterstellte Rückzahlung innerhalb von 36 Monaten tragen. Daneben beurteilt eny die Bonität nach den internen Kreditrichtlinien.

Welche Rolle spielen ZEK und IKO?

Zwei getrennte Vereine, zwei getrennte Datenbanken, ein gemeinsamer Zweck.

ZEKIKO
NameVerein zur Führung einer Zentralstelle für KreditinformationVerein zur Führung einer Informationsstelle für Konsumkredit
Rolleschweizerische Evidenzzentrale für Bonitätsinformationen aus Kreditgeschäften natürlicher und juristischer Personendie vom Gesetzgeber vorgeschriebene Informationsstelle für Konsumkredit
Inhaltpositive und negative Meldungen zu Kredit-, Leasing- und Kreditkarteninteressenten; Personendaten (Name, Vorname, Geburtsdatum, Adresse); Kredite, Miet- und Leasingverträge, Karteninformationen, Amtsinformationen wie Konkurseausschliesslich die nach KKG zu sammelnden Daten aus Kredit- und Leasinggeschäften zu privaten Zwecken
Umfangbreiter: enthält auch Verpflichtungen, die nicht dem KKG unterstehen – zum Beispiel Kredite über CHF 80’000 oder Verpflichtungen juristischer Personeneng auf das KKG begrenzt
ZugangMitglieder der ZEKnur Kreditgeberinnen im Sinne von Art. 2 KKG, nur für KKG-relevante Zwecke
SeitBetrieb aufgenommen am 2. Januar 2003

Quelle für beide Spalten: ZEK, abgerufen am 30.07.2026.

Wichtig für das Verständnis: die ZEK registriert nach eigenen Angaben Meldungen über Kredit-, Leasing- und Kreditkarteninteressenten – also nicht erst über abgeschlossene Verträge. Ein Kreditantrag ist damit sichtbar, unabhängig vom Ergebnis.

Wie lange bleiben Einträge gespeichert?

Jeder Eintrag unterliegt einer Aufbewahrungsfrist, die im Reglement der ZEK festgelegt ist und sich am Verhältnismässigkeitsprinzip des Datenschutzgesetzes orientiert. Nach Ablauf der Frist wird der Eintrag automatisch gelöscht. Die Fristen sind je Eintragsart unterschiedlich und werden von der ZEK als Liste veröffentlicht.

Die genauen Dauern nennen wir hier bewusst nicht aus zweiter Hand, sondern verweisen auf die offizielle Liste der ZEK. Sie ist die einzige verbindliche Quelle.

Ihre Rechte dazu: Sie können jederzeit einen Auszug über die zu Ihrer Person gespeicherten Daten verlangen, und Sie können die Berichtigung falscher Einträge beantragen – bei der ZEK mit den entsprechenden Belegen.

Was verbessert Ihre Bonität – und was schadet ihr?

Es gibt keine Abkürzung und keinen Trick. Was wirkt, ist unspektakulär:

Hilft

  • Rechnungen und Raten fristgerecht zahlen, bevor Mahnungen laufen.
  • Bestehende Verpflichtungen abbauen: jede laufende Rate verkleinert den Spielraum für eine neue.
  • Vollständige und korrekte Angaben im Antrag. Falsche Angaben führen nicht zu besseren Konditionen, sondern zu einer Ablehnung.
  • Den eigenen ZEK-Auszug kennen und offensichtliche Fehler berichtigen lassen.
  • Stabile Verhältnisse: unbefristete Anstellung, Zeit ausserhalb der Probezeit, gleiche Wohnadresse.

Schadet

  • Zahlungsverzug, Mahnungen, Inkasso, Verluste.
  • Mehrere Kreditanträge bei verschiedenen Anbietern gleichzeitig – Anträge werden gemeldet und sind sichtbar.
  • Ein Kreditwunsch, der über der eigenen Tragbarkeit liegt. Bei einem KKG-Kredit kann ein tieferer Betrag helfen; eine längere Vertragslaufzeit ändert die gesetzliche 36-Monats-Annahme nicht.
  • Offene Betreibungen.

Was bedeutet ein negativer Eintrag?

Ein Eintrag ist eine Information, kein Urteil. Nicht jeder Eintrag führt zu einer Ablehnung, und kein Eintrag führt automatisch zu einer Zusage. Massgeblich ist immer die Gesamtbetrachtung aus Tragbarkeitsrechnung und Zahlungshistorie.

Sachlich gilt:

  • Einzelne, ältere Einträge ohne Zahlungsausfall wiegen weniger als aktuelle Zahlungsstörungen.
  • Mehrere negative Einträge verringern die Wahrscheinlichkeit einer Zusage deutlich.
  • Meldungen über Inkassomassnahmen oder Verluste wiegen am schwersten.
  • Negative Informationen können den Entscheid und den angebotenen Zinssatz beeinflussen. Entscheidend ist die Gesamtprüfung.

Eine verbindliche Zusage ist erst nach vollständiger Prüfung möglich.

Was gilt bei einer laufenden Betreibung?

Eine laufende Betreibung ist eine relevante negative Information, führt aber nicht kraft Gesetzes automatisch in jedem Fall zu demselben Ergebnis. Sie fliesst in die Gesamtprüfung ein. Ein Kredit darf nicht vergeben werden, wenn er zur Überschuldung führt.

Was in dieser Situation tatsächlich weiterhilft:

  • Eine unabhängige Schuldenberatung. Die gemeinnützigen Fachstellen beraten spezialisiert bei Verschuldung und Überschuldung; das Verzeichnis nach Wohnkanton führt Schuldenberatung Schweiz. Diese Stellen sind nicht mit eny verbunden.
  • Eine eigene Betreibungsauskunft beim Betreibungsamt einholen, um den Stand zu kennen. Das Einsichtsrecht Dritter erlischt fünf Jahre nach Abschluss des Verfahrens (Art. 8a SchKG).
  • Direkt mit den Gläubigern über Zahlungsvereinbarungen sprechen.

Angebote, die eine Kreditzusage unabhängig von Betreibungen oder ohne Prüfung versprechen, sollten Sie kritisch prüfen.

Wie sehen Sie Ihre eigenen Daten?

Sie müssen nicht darauf warten, dass eine Kreditgeberin Ihnen sagt, was über Sie gespeichert ist.

WoWas Sie erhaltenWie
ZEKAuszug über die zu Ihrer Person gespeicherten EinträgeAuskunftsgesuch bei der ZEK, zek.ch
IKOAuszug über die nach KKG gemeldeten Kredit- und LeasinggeschäfteAuskunftsgesuch bei der IKO, iko-info.ch
BetreibungsamtBetreibungsauskunft zu Ihrer PersonGesuch beim Betreibungsamt Ihres Wohnorts

Falsche Einträge lassen sich mit Belegen berichtigen. Das ist der einzige legitime Weg, einen Eintrag vor Ablauf der Frist zu verändern.

Wie geht es weiter?

Wenn Sie wissen möchten, welche Unterlagen ein Antrag braucht und wie er abläuft: Kredit aufnehmen in der Schweiz – Voraussetzungen und Ablauf. Wenn Sie noch unentschieden sind, ob ein Kredit überhaupt der richtige Weg ist: Wann ein Privatkredit sinnvoll ist – und wann nicht. Für die Rechnung mit Ihren eigenen Zahlen: Kreditrechner.

Die Konditionen und Voraussetzungen im Detail stehen auf der Produktseite Konsumkredit von eny Credit.


Häufige Fragen

Ist eine Bonitätsprüfung Pflicht?

Bei Krediten, die dem KKG unterstehen, ja. Art. 28 KKG verpflichtet die Kreditgeberin, vor Vertragsabschluss die Kreditfähigkeit zu prüfen.

Was steht in der ZEK über mich?

Die ZEK führt Personendaten – Name, Vorname, Geburtsdatum, Adresse – sowie Geschäftsdaten zu Krediten, Miet- und Leasingverträgen, Kredit- und Kundenkarten und Amtsinformationen wie Konkursen. Erfasst werden positive und negative Meldungen, auch zu Interessentinnen und Interessenten.

Wie lange bleibt ein Eintrag gespeichert?

Je Eintragsart unterschiedlich. Verbindlich ist die von der ZEK veröffentlichte aktuelle Liste der Aufbewahrungsfristen.

Bekomme ich einen Kredit mit einer laufenden Betreibung?

Eine laufende Betreibung spricht in der Regel gegen die Kreditfähigkeit, und ein Kredit, der zur Überschuldung führt, darf nicht vergeben werden. Wir prüfen jeden Antrag einzeln, stellen aber nichts in Aussicht. Sinnvoller ist in dieser Lage eine unabhängige Schuldenberatung.

Schadet eine Kreditanfrage meiner Bonität?

Anträge werden gemeldet und sind für andere Kreditgeberinnen sichtbar. Ein einzelner, überlegter Antrag ist normal. Mehrere gleichzeitige Anträge bei verschiedenen Anbietern wirken sich in der Regel nachteilig aus.

Kann ich meine ZEK-Daten einsehen?

Ja. Sie können bei der ZEK ein Auskunftsgesuch stellen und einen Auszug über die zu Ihrer Person gespeicherten Daten verlangen. Falsche Einträge können Sie mit Belegen berichtigen lassen.

Was ist der Unterschied zwischen Kreditfähigkeit und Kreditwürdigkeit?

Kreditfähigkeit ist die rechnerische Tragbarkeit: Können Sie die Raten aus dem verfügbaren Einkommen zahlen, ohne das Existenzminimum anzutasten? Kreditwürdigkeit meint die Zahlungsbereitschaft, wie sie sich aus der bisherigen Zahlungshistorie ablesen lässt.

Warum wurde mein Antrag abgelehnt, obwohl ich ein gutes Einkommen habe?

Weil nicht die Höhe des Einkommens entscheidet, sondern der Betrag, der nach Abzug aller festen Ausgaben und bestehenden Verpflichtungen frei bleibt. Hohe Miete, laufende Leasingverträge oder Unterhaltszahlungen können den Spielraum auch bei gutem Lohn aufbrauchen.

Herausgeberin: eny Finance AG, Zürich · Stand: 30.07.2026

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